Märkischer Landweg

Der Märkische Landweg führt von Feldberg 190 km weiter nach Mescherin durch die Uckermark. Dabei geht es durch den Naturpark Uckermärkische Seen, durch das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und durch den Nationalpark Unteres Odertal. Der Wegmarkierung mit dem blauen Kreuz folgend, schlängelt sich der Weg ausgehend von der Feldgerber Seenlandschaft bis zur polnischen Grenze nach Mescherin. Dabei durchquert man eine wunderschöne, von der Eiszeit geformte Landschaft. Seen, Wiesen, Felder, Laubmischwälder und Moore sind nur einige der einzigartigen Landschaften. Auch für die historisch interessierten Wanderer gibt es eine Menge zu entdecken. Ein Flößereimuseum in Lychen und die Burgruine mit dem Pulverturm in Angermünde laden den Wanderer zum Entdecken ein. Der Wanderweg ist in 10 Tagesetappen eingeteilt, deren Länge zwischen 10km und 27 km liegt. Hier finden Sie Wandergruppen in Brandenburg.

Erste Etappe: Von Feldberg nach Schreibermühle

Aussicht auf den Feldberger See
lexiweb/pixelio.de

Der Märkische Landweg startet in Feldberg am Bahnhof in Richtung des Kreisverkehrs, wo es weiter auf dem Luzinweg geht. An der Schmalen Luzin erreicht man das Steilufer und somit auch den Eingang zum Naturpark Feldberger Seenlandschaft. Über 100 Stufen sind hinunter zu gehen, bevor das Ufer der Schmalen Luzin erreicht ist. Hier befindet sich die Anlegestelle der Luzinfähre.

Nach Süden führt der Weg direkt am Ufer des Rinnensees, welcher von einem glazialen Schmelzwasserstrom geschaffen wurde, entlang. Bei schönem Wetter lohnt sich eine kleine Badepause, denn der See hat eine ausgezeichnete Wasserqualität. Der Weg führt durch einen alten Wald mit riesigen Bäumen.

Man gelangt an das südliche Ende der Schmalen Luzin, wo eine Windmühle und Häuser den Ortseingang von Carwitz markieren. Carwitz hat einen sehr schönen Badestrand und wird auch das Fallada-Dorf genannt, da der Schriftsteller Hans-Fallada hier lebte. Am alten Friedhof befindet sich seine Grabstelle. Doch um in das Fallada-Museum in seinem ehemaligen Wohnhaus zu gelangen, ist ein Abstecher von einem Kilometer notwendig. Auch der knapp 100 m hohe Aussichtsturm der Halbinsel Bohnenwerder ist ein Abstecher wert.

Die Wegmarkierung führt zum Kreisverkehr und an der Windmühle vorbei, ein Stück auf dem Radweg entlang und durch eine Wochenendsiedlung. Man gelangt zum Dreetzsee. Am Ufer entlang erreicht man den Campingplatz, wo der Krüselinsee beginnt. Am Ufer des Krüselinsees entlang, wo der Wanderweg die Grenze zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg bildet. Hier liegt auch ungefähr die Grenze zwischen dem Naturpark Feldberger Seenlandschaft und dem Naturpark Uckermärkische Seen. Der See ist mit einer Sichttiefe von fast 12 m der sauberste der Umgebung.

An der 700 Jahre alten Krüseliner Mühle führt der Weg auf einen Fahrweg. Durch die flachen Hügel der Moränen geht es zum ersten Mal nicht am Ufer entlang, sondern um das Gehöft Aalkasten herum. Südlich des Großen Mechowsees biegt der Weg nach rechts ab und dann wieder scharf links in Richtung Süden zur Kolbatzer Mühle. Es geht weiter über eine Freifläche und später wieder durch den Wald um den Kleinen Aalsee herum. Und schon sind 16 km Tagesstrecke zurückgelegt und der Ferien- und Reiterhof Schreibermühle ist erreicht.

Zweite Etappe: Von der Schreibermühle nach Lychen

Der zweite Tagesabschnitt führt mal mehr, mal weniger am Wasser entlang in das knapp 14 km entfernte Lychen. Von der Schreibermühle geht es auf der Straße nach rechts, wo dann der Wanderweg mit dem blauen Kreuz in den Wald einbiegt. Vorbei am See Rote Ranke, folgt der Weg einem spitzen Linksknick und wieder vorbei an dem kleinen See.

Man gelangt zu einer Straße, die überquert wird und wieder in den Wald führt. Weiter geht es auf einem sandigen Waldweg bis zur Straße, die nach Küstrinchen führt. Auf diesem Weg geht es vorbei am Fauler See und dann vorbei am Großen Küstrinsee. Der Ort wird jedoch nicht erreicht. Vor der Brücke geht der Weg am Wasserwanderbiwakplatz nach rechts und folgt dem Küstriner Bachverlauf. Bei optimalem Wasserstand ziehen Paddler an den Wanderern mit der schnellen Strömung vorbei. Hier befindet sich eine Schutzhütte, wo eine Informationstafel über das Naturschutzgebiet Küstriner Bach aufklärt.

Kurze Zeit nach dem Wasserwanderrastplatz geht es nach rechts, weg vom Küstriner Bach. Wo heute die Schutzhütte steht, befand sich früher ein Verbannungsgefängnis für unzüchtige Mönche. Weiter geht es durch sumpfiges Gebiet mit kleinen Wasserflächen. An einer Stelle am Dreisee, die leicht zu übersehen ist, biegt der Weg nach links ab.

Nach der Durchquerung der Senke, gelangt man auf einen Forstweg, der an einer Feriensiedlung vorbei führt. Nach wenigen Metern Marsch auf der Straße geht es wieder in den Wald. An der Weggabelung schlängelt sich der Weg am Rand eines idyllischen Wiesengrundes und dem Lehstsee bergab. Auf Höhe des Gehöfts geht es weiter nach rechts durch hügeliges Gelände und später auf sandigem Fahrweg zur Straße.

Die Wegmarkierung führt den Wanderer entlang am Oberpfuhlsee in die Stadt Lychen. Diese ist von sieben Seen umgeben und für die Flößerei bekannt. Das Flößermuseum ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Für Abenteurer ist der Wasserspaß nur zu empfehlen. Die Reste der Stadtmauer, das Färberhaus im Malerwinkel und die Feldsteinkirche St. Johannes lohnen einen längeren Aufenthalt in Lychen.

Dritte Etappe: Von Lychen nach Templin

Bootsanlegestelle des Zenssees bei Lychen
Lothar Henke/pixelio.de

Der dritte Tag beginnt auf der Promenade am Oberpfuhlsee und führt in südwestliche Richtung zur Brücke, wo der Zenssee anfängt. Vorbei an den Gärten geht es direkt am Ufer des Zenssees entlang. Die nächsten sieben Kilometer sind von wundervollen Blicken und natürlicher Ruhe geprägt, denn die zumeist weit ins Wasser hinein hängenden Erlen erlauben dem Wanderer zu träumen.

Ungefähr auf der Hälfte der sieben Kilometer befindet sich eine Schutzhütte, die das Ende des Zenssees und den Beginn des Platkowsees einläutet. An diesem Punkt wechselt man die Uferseite. Weiter geht es also nun auf der Nordseite des Platkowsees, wo der Pfad nun größtenteils auf dem Hochufer entlang geht, was die Möglichkeit zum Baden erschwert. Am südlichen Ende des Sees verlässt der Weg das Wasser und führt in den Wald hinein. Man befindet sich jetzt in der Norduckermärkischen Seenlandschaft.

Der Weg führt vorbei am Glambecksee zur Straße, die nach Alt Placht führt. Neben der Kirche befindet sich ein Rastplatz. Die Kirche steht mitten im Grünen, denn das umgebende Dorf existiert schon seit dem 15. Jahrhundert nicht mehr. Dann folgt man dem rechten Weg an der ersten Weggabelung. Dort kreuzt er die Draisinenstrecke und führt weiter zur Landstraße. Diese wird überquert und folgt einem Forstweg durch den Wald. Auf diesem geht es am Feldrand entlang bis kurz vor die Waldspitze.

Nach rechts geht es weiter bis zur Straße, die nach Annenwalde führt. Der Wanderweg führt am Dorf vorbei. Ein Abstecher ist jedoch lohnenswert, denn im 18. Jahrhundert wurde es als Glasmacherdorf gegründet. Heute befindet sich dort wieder eine Glashütte  und auch zwei uckermärkische Kirchen. Linker Hand führt der Weg auf der Kastanienallee weiter. Wieder links geht es zum Annenwalder Vorwerk.

Nach der Überquerung der Straße geht es auf einem Sandweg durch den Kiefernwald und dann über eine Wiese, um später wieder links in den Wald ein zu biegen. Der Wanderweg führt um ein Gehöft herum und dann am Uferweg Röddelin entlang. Nach wenigen Minuten befindet sich der Wanderer auf dem Pfad entlang des Großen Mahlgastsees. Am Ufer entlang bietet sich immer wieder die Möglichkeit für eine Abkühlung im See und dann gelangt man nach Röddelin. Hier kann man ein kleines Päuschen in einem ansässigen Gasthaus einlegen. Auf der Templiner Straße wird der Ort wieder verlassen.

Nun ist es auch schon nicht mehr weit. Am Ende des Röddlinsees verlässt man die Straße und der Weg führt erst durch einen Laubwald und später am Wiesenrand entlang. Der Templiner Kanal wird auf der Fußgängerbrücke überquert um in das Zentrum der Stadt zu gelangen. An der Templiner Schleusenbrücke sind 25 km des Märkischen Landweges an diesem Tag zurückgelegt.

Vierte Etappe: Von Templin nach Ringenwalde

Templin ist die Grenze der beiden Naturparks Uckermärkische Seen und Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Der vierte Tagesabschnitt ist mit 28 km auch der längste des Märkischen Landweges. Vom Stadtzentrum aus geht es in Richtung Nordosten am Templiner See entlang. Am Übergang zu Bruch- und Gleuensee geht es eine Treppe hinauf und über eine Brücke nach Osten. Man gelangt zu einer Straße. Dieser folgt man nach rechts und ca. 50 m später führt der Weg wieder in den Wald hinein. Kurz darauf gelangt man zu einer weiteren Straße, welche auch zu Überqueren ist.

Nach einigen Gehminuten auf dem Fahrweg erreicht man das Forsthaus Laatz am Fährsee. Nach dem Forsthaus gabelt sich der Weg und man folgt dem blauen Kreuz nach rechts. Am heutigen Tag hat der Wanderer erstmals keinen Seeblick, sondern wandert durch ruhigen Laubmischwald, der mitunter auch von Kiefernwäldern unterbrochen wird. Einige Zeit später gelangt man wieder zu einem See, dem Labüskesee, dessen Wasser durch die Bäume schimmert.

Weiter führt der Weg nach rechts und man gelangt zur Milmersdorfer Mühle und weiter nach Milmersdorf. Hier befindet sich die neugotische Kirche aus roten Ziegeln, welche einen Besuch wert ist. Hier wird der Moränenweg verlassen und es geht auf der anderen Seite an den Gärten entlang. Über die Bahngleise hinter dem Ort nach links und um den Reiterhof herum bis zur Straße.

Man gelangt zum Holzwerk und später wieder in den Wald hinein. Nun führt der Wanderweg nach Süden durch den Wald. Nach einiger Zeit schimmert das Wasser eines idyllischen Waldsees durch das Geäst. Nachdem der kleine See fast umrundet ist, gelangt man zu einem Zugang zum Ufer. Hier kann man eine kurze Pause zur Abkühlung einlegen. Der Weg führt aus dem Wald heraus an einer Kiesgrube entlang.

Schließlich erreicht man den Lübelowsee, dessen Zugang zum Ufer sich links des Wanderweges befindet. Der kleine Bach wird überquert. Geradeaus geht es weiter zum Uckermärkischen Rundweg. Linker Hand führt der Weg zur Feuerwehrzufahrt zum Libbesickesee. Hier könnte man den Wanderweg verlassen um am Ufer des Sees weiter zu wandern und in der Nähe des Ostufers nach rechts zum Hauptweg zurück. Auf der Wegmarkierung mit dem blauen Kreuz geht es nach links bis zu der Weggabelung, wo sich die Schutzhütte befindet. Von dort aus nach rechts in das Dorf Libbesicke. Nach dem Ort sind es nur noch ein paar Kilometer durch den Wald und über Wiesen bis zum Ziel Ringenwalde.

Fünfte Etappe: Von Ringenwalde nach Wolletz

Aus Ringenwalde führt die heutige Tagesetappe in das 20 km entfernte Wolletz. Der Wanderweg führt aus dem Ort Ringenwalde heraus an einer kleinen Feldsteinkirche vorbei, die auch von Innen sehenswert ist. Auf der Ortsverbindungsstraße geht es Richtung Poratz. Erst führt der Weg an Feldern und Wiesen vorbei und später durch den Wald. Man passiert den Großen und den Kleinen Kelpinsee.

Auf der historischen Pflasterstraße erreicht man Poratz. Das ehemalige Köhlerdorf beeindruckt durch seine gepflegten Fachwerkhäuser, wodurch das Dorf als schönstes der Uckermark gilt. Auf breiten Wald- und Forstwegen führt der Weg hinaus aus Poratz und in Richtung Peetzig durch den Wald. Zwischen dem Laagensee und dem Briesensee, die durch den Wald kaum zu sehen sind, wird der Boden etwas feucht. Erst der Schönebergsee, der kurz hinter der Autobahnunterführung liegt, bietet dem Wanderer die Möglichkeit zur Abkühlung.

Auf dem Weg zum Peetzigsee gestatten die offenen Wiesenlandschaften einen wunderbaren Weitblick. Am Ortseingang Peetzig führt der Weg in Richtung Süden. Auf dem nächsten Wegabschnitt erlebt man die Märkische Streusandbüchse, welche durch die Eiszeit entstanden ist, als Gletscher den Sand aus Skandinavien mitbrachten. Der Sand stellt einen wichtigen Rohstoff für die Glas- und Baustoffindustrie in dieser Region dar.

Man überquert die Landstraße und gelangt wieder in den Wald. Kurz bevor Wolletz erreicht ist, führt der Weg wieder durch offenes Gelände. In Wolletz angekommen, lohnt sich eine Tour auf dem Wolletzsee-Rundweg. Auf der Dorfstraße gelangt man ins Zentrum, wo der heutige Tag beendet ist.

Sechste Etappe: Von Wolletz nach Angermünde

Von der Kastanienallee in Wolletz aus wandert man am Ufer des Wolletzsees entlang in Richtung Westen. Die heutige Tagesstrecke ist zwar mit knapp 10 km die kürzeste des Märkischen Landweges, aber auch die schönste. Kurz hinter Wolletz taucht am Ufer des Sees ein Schloss auf, welches heute als Rehaklinik genutzt wird. Als Jagdschloss des örtlichen Rittergutes 1826 errichtet, wurde es nach dem Krieg von der Staatssicherheit als Jagdschloss und Gästeresidenz verwendet.

Ein kleines Flüsschen, die Welse, wird am nördlichen Ufer des Wolletzsees umgangen. Danach führt der Wanderweg durch ein uriges Sumpfgebiet. Durch den Wald gelangt man zum Strandbad Wolletzsee, wo sich auf der heutigen Tour eine Rast anbietet um noch etwas Kraft zu tanken für den kurzen Weg bis nach Angermünde.

In der Ackerbürgerstadt Angermünde angekommen, begeistern die wundervollen Fachwerkhäuser jeden Besucher. Die roten Backsteinkirchen St. Marien und die Franziskaner-Klosterkirche ragen über das Stadtbild empor und sind auf jeden Fall ein Besuch wert. Die sehenswerte Skulpturenpromenade befindet sich am Mündesee und auf der Puschkinallee findet das Ehm Welk- und Heimatmuseum regen Anklang. Hier wird das Leben und Wirken von Ehm Welk ausgestellt.

Siebte Etappe: Von Angermünde nach Stolpe/Oder

Wenn man Angermünde erst einmal hinter sich gelassen hat, bemerkt man dass man sich nun im Nationalpark Unteres Odertal befindet. Während die letzten Tage durch Waldgebiete führten, verändert sich nun die Landschaft zu einem offenen Gelände mit herrlichen Weitblicken. Seen sind kaum noch zu entdecken. Dafür ist die Oder mit ihren unzähligen Altarmen allgegenwärtig.

In Crussow angekommen, lädt die Feldsteinkirche, welche schon im 13. Jahrhundert entstand, zum Rasten ein. Weiter geht es auf Feldwegen hinter dem Dorf und dann wieder in den Wald. An einer Kreuzung, wo sich viele Wanderwege gabeln, befindet sich noch einmal ein schöner Rastplatz.

Danach führt der Weg wieder aus dem Wald heraus in Richtung Stolpe. Dort angekommen, ist eine Strecke von 15 km zurückgelegt und man sollte sich unbedingt den Stolper Turm ansehen. Von dem Turm der slawischen Burg, die auch Grützpott genannt wird, hat man eine wundervolle Aussicht. Mit seinen vier bis sechs Meter dicken Mauern ist er der dickste Ziegelturm Deutschlands. Von hier oben kann man im Westen die gestauchten Moränenhügel sehen und im Osten erblickt man die Auenlandschaft des Nationalparks Unteres Odertal.

Stolpe liegt an der Wasserstraße Hohensaaten-Friedrichsthaler. Hier befinden sich viele Altarme der Oder, Feuchtwiesen und Auwälder. Das Untere Odertal ist eine der letzten Flussauenlandschaften Europas und beherbergt eine Vielzahl an unterschiedlichen Tier-und Pflanzenarten.

Achte Etappe: Von Stolpe/Oder nach Schwedt/Oder

Die ersten paar Kilometer von den insgesamt 24 des heutigen Tages führen am Ufer der Stolper Karpfenteiche entlang. Danach wird die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße überquert und dann geht es auf der Deichkrone weiter in Richtung Norden.

Der Oder-Neiße-Radweg wird in Stützkow an der Brücke wieder verlassen. Den Ausblick nach dem Aufstieg auf den Aussichtspunkt Richterberg in dem ehemaligen Fischerdörfchen sollte man sich nicht entgehen lassen. An der Wasserstraße entlang geht es weiter Richtung Criewen. Auf dem Weg dorthin durchquert man bewaldete Moränenhügel und ein Feuchtgebiet.

In Criewen befindet sich ein Quellerlebnispfad, den man sich unbedingt ansehen sollte. Peter Joseph Lenné, ein preußischer Gartenarchitekt, gestaltete den Landschaftspark, der das Gutshaus in Criewen umgibt. Um dies umzusetzen wurde 1816 das gesamte Dorf in Richtung Osten verschoben. Hinter Criewen führt der Weg mal durch den Wald, mal über bewaldete Hügel und dann wieder über offene Landschaft.

Bevor Meyenburg erreicht ist, unterquert man eine Straße. Von hier aus sind es nur noch wenige Kilometer bis nach Schwedt. Schwedt ist ein wichtiges industrielles Zentrum von Brandenburg, da hier eine Ölpipeline aus dem Ural endet und die größte Papierfabrik Deutschlands steht. Durch den Tourismus soll die Wirtschaft hier wieder angekurbelt werden.

Neunte Etappe: Von Schwedt/Oder nach Groß Pinnow

Schwedt an der Oder liegt unweit der polnischen Grenze. Von hier aus geht es 17 km Richtung Norden an der Grenze entlang. Der Wanderweg führt aus der Stadt hinaus an der Kriegsgräberstätte vorbei. Der Weg geht durch offene Landschaft und vorbei an einem kleinen See.

Auf diesem Weg gelangt man nach Vierraden. Es fallen große Scheunen und Speicher auf. Im 17. Jahrhundert holte Friedrich Willhelm, der Große Kurfürst, die Hugenotten ins Land. Diese brachten die Kunst des Tabakanbaus mit, wodurch sich diese Region, neben der Pfalz und Baden, zu einer der größten Tabakanbaugebiete Deutschlands entwickelte. In Vierraden befindet sich ein Tabakmuseum in einer der ehemaligen Tabakspeicher. Hier wird dem Besucher auf drei Etagen der Anbau und die Verarbeitung näher gebracht sowie weitere sehenswerte Dinge, beispielsweise historische Tabakschachteln, ausgestellt.

Hinter dem Örtchen wird die Bundestraße B2 unterquert und der Weg geht weiter parallel zur Welse, welche am Wolletzsee ihren Ursprung hat. Auf Sandwegen und Trockenrasen gelangt man zur Brücke, welche die Welse überquert. Man gelangt auf eine Hochebene, von wo aus man Hohenfelde direkt vor sich sehen kann. Durch das Örtchen gelangt man in den Wald. Hier beginnt der Nationalpark Unteres Odertal wieder. Nun ist es nicht mehr weit bis zum Tagesziel Groß Pinnow. Der Weg führt mal am Waldrand entlang, mal durch den Mischwald, bevor man Groß Pinnow erreicht.

Panorama der Oderbrücke
black knight/pixelio.de

Zehnte Etappe: Von Groß Pinnow nach Mescherin

Auf der letzten knapp 20 km langen Etappe durch das Odertal, bieten sich dem Wanderer wundervolle Weitblicke. Auf dem Weg, auf dem der letzte Tag endete, geht es nun weiter. Durch den Wald gelangt man in das ehemalige Vorwerk Heinrichshof. Dieses wurde später als Försterei von Hohenselchow genutzt. Hinter Heinrichshof geht es wieder in den Wald hinein. Der Weg wandelt sich zu einem Hohlweg, der über die Felder hinweg führt.

Das nächste Dörfchen Hohenreinkendorf ist schon zu sehen, denn der Kirchturm ragt hoch über der Erde empor. Auf dem Weg dorthin durchquert man eine Kirschenallee. Diese ist im Frühjahr, zur Blüte, und im Spätsommer, wenn die Früchte reif sind, besonders schön. Die alte Feldsteinkirche und der Dorfteich in Hohenreinkendorf stechen besonders ins Auge und verführen den Wanderer zu einer Rast. Kurz vor dem Ortsausgang führt der Wegweiser in Richtung Salveymühle. Über die freien Felder und die offene Landschaft hat man einen wunderschönen Blick über die malerischen Hügel.

Kaum merklich geht es bergab nach Freudental. Man gelangt durch das Salveytal zur Salveymühle. Am Salveybach gab es früher fünf Wassermühlen, die vor 750 Jahren von den Zisterziensermönchen gegründet wurden. Heute existiert nur noch eine, die als Ferienhof genutzt wird. Hier befindet sich auch ein Mühlenmuseum, wo man mehr über die Geschichte der Mühlen im Salveytal erfahren kann.

Der Weg führt auf dem Damm entlang, an einem Teich vorbei und biegt dann in Richtung Geesow ab. Auf diesem Weg stehen wieder rechts und links Kischbäume. Durch den Ort hindurch, führt der Weg weiter nach Mescherin.

Auf den letzten Kilometern kann der Wanderer noch einmal einen wundervollen Blick über die Odernierung erhaschen. In Mescherin angekommen, bieten die Aussichtspunkte Stettiner Berg und Seeberg einen wundervollen Abschluss der Wanderung. Von hier aus kann man auch auf die andere Seite der Oder blicken, wo sich schon Polen befindet.

 

 

Bilder: ©Jerzy Sawlu/pixelio.de