Nord-Ostsee-Wanderung

Die Nord-Ostsee-Wanderung beginnt an der Nordsee und endet an der Ostsee. Somit sind 117 km zurück zu legen, die mit der Wandermarkierung gelber Pfeil gekennzeichnet sind. Der Weg führt einen Großteil am Nord-Ostsee-Kanal entlang und bietet auch jede Menge Abkühlungsmöglichkeiten. Die Reise beginnt in Meldorf, was eigentlich nicht wirklich an der Nordsee liegt, und endet in Kiel. Wer nicht alleine Wandern möchte findet bei uns Wandergruppen in Niedersachsen und Wandergruppen in Schleswig-Holstein.

Erste Etappe: Von Meldorf nach Albersdorf

Küste der Nordsee
Andreas Locke/pixelio.de

Wer die Wanderung wirklich an der Nordseeküste beginnen möchte, muss sich noch 7 km weiter westlich bewegen, denn Meldorf liegt nicht direkt an der Nordseeküste, doch der Hafen des Örtchens schon. Dieser liegt 7 km vom Bahnhof Meldorf entfernt. Bevor die Wanderung beginnt, sollte man sich Meldorf noch genauer ansehen. Hier gibt es viele Sehenswürdigkeiten, wie der Dom der Dithmarscher, das Dithmarscher Landesmuseum und das Landwirtschaftsmuseum. Die Eindrücke, die der Wanderer bereits in Meldorf gewinnt, ziehen sich über die gesamte Wanderung.

Um Meldorf zu verlassen, geht es erst einmal in Richtung Bahnhof. Zuerst führt der Weg Richtung Süden nach Wolmersdorf. Doch noch bevor das Dorf erreicht ist, macht er einen Knick und es geht in Richtung Osten nach Farnewinkel. Der Weg führt vorbei an einem bronzezeitlichen Gräberfeld, über Feldwege nach Farnewinkel und Dellbrück. Hier befindet sich ein Großsteingrab, welches über einen Pfad erreichbar ist.

Einige Zeit später gelangt man zu der Ruine der Marienburg. Die Zwingburg aus dem Mittelalter wurde von den Ditmarschern zerstört, weshalb man auch nur noch die Wallanlage erkennen kann. Durch ein kleines Wäldchen hindurch erreicht man Tensbüttel. Der Weg führt hier am Ehrenmal vorbei. Hinter Tensbüttel geht es weiter bis zur Autobahnbrücke, welche überquert wird. In Grünenthal angekommen, lohnt sich ein Abstecher zum Brückenkopf der alten Hochbrücke. Von hier aus kann man über den Nord-Ostsee-Kanal blicken. Dieser ist der meistbefahrene künstliche Schifffahrtsweg der Welt.

Wieder zurück auf dem Weg geht es auf der Westseite des Bahndammes weiter in Richtung Norden. Am Tal der Gieselau geht es durch ein kleines Wäldchen und später durch das Gehege Bredenkop, bevor man in Albersdorf ankommt. Links vom Weg sind die Großgrabanlagen der Jungsteinzeit zu sehen, welche auch „Riesenbetten“ genannt werden. Hier befindet sich auch das Archäologisch-Ökologische Zentrum Albersdorf (AÖZA). Auch ist der Aussichtsturm auf dem Kaiserberg und das Großsteingrab Brutkamp zu entdecken, bevor die Ortsmitte von Albersdorf endlich erreicht ist.

Je nachdem ob man die Wanderung direkt an der Nordseeküste, also am Neuen Meldorfer Hafen oder am Bahnhof in Meldorf beginnt, beläuft sich der erste Tagesabschnitt auf 32 oder 25 km. Wer möchte kann die erste Tagesetappe auch schon in Tensbüttel beenden und die 32 km an zwei Tagen zurücklegen.

Zweite Etappe: Von Albersdorf nach Breiholz

Kaum hat man Albersdorf verlassen, führt der Weg in den Wald hinein. Unweit von hier gelangt man auf den Ochsenweg. Dieser führte bereits in der Steinzeit von Jütland zur Elbe und ist an dieser Stelle noch Original. Hier treffen sich die Wanderwege Schlei-Eider-Elbe und der Nord-Ostsee-Wanderweg, wobei der Schlei-Eider-Elbe Wanderweg dem Ochsenweg in Richtung Norden folgt. Der Nord-Ostsee-Wanderweg überquert den Ochsenweg. So gelangt man durch den Tiefen Grund (Achtung: nicht hinabsteigen!) zu einer Straße. Dieser folgt man ca. 1 km und biegt dann auf einen Feldweg ein.

Man gelangt zur Weiche Fischerhütte am Nord-Ostsee-Kanal. Nun geht es eine ganze Weile am Kanal entlang. Doch Vorsicht: auf dem Grünstreifen an der Böschung, auf dem man wandert, besteht zuweilen Abrutschgefahr. Auf dem Kanal herrscht immer ein reger Schiffsverkehr. In Hinrichshörn endet der Weg am Ufer des Kanals und man geht erst durch das kleine Örtchen und verlässt es wieder in Richtung Norden.

Auf diesem Weg gelangt man zur Schleuse des Gieselau-Kanals, welcher einen Seitenarm des Nord-Ostsee-Kanals darstellt. Die Schleuse wird überquert um nach einigen Metern nach rechts auf die Landstraße zu gelangen. An der Fähre Oldenbüttel gelangt man wieder zum Ufer des Nord-Ostsee-Kanals.

Nach 3,5 km verlässt man den Uferweg wieder und gelangt zum ehemaligen Fischerdorf Breiholz nahe der Eider. In Breiholz angekommen sind weitere 22 km der Nord-Ostsee-Wanderung zurück gelegt.

Dritte Etappe: Von Breiholz nach Rendsburg

Schwebefähre über den Nord-Ostsee-Kanal
Rainer Klinke/pixelio.de

Auf der heutigen Tagesstrecke gelangt man in das 20 km entfernte Rendsburg. Breiholz wird in Richtung Hamdorf verlassen. Dafür überquert man die Eider, auf deren Brücke man einen schönen Ausblick auf die Niederung des Flusses hat. Durch Hamdorf hindurch führt der Weg auf einem Feldweg weiter in Richtung des Elsdorfer Geheges und später zum Gehege Osterhamm. Einige Kilometer weiter erreicht man, über weitere Feldwege, das Fischer- und Bootswerftendorf Nübbel. Hier angekommen sind bereits 15 km der Tagesstrecke bewältigt.

Über eine Fußgängerbrücke wird die Eider hier wieder überquert. Bei der Lotsenstation, wo der Wechsel der Lotsen stattfindet, gelangt man wieder zum Nord-Ostsee-Kanal. Nun wandert man ca. 1 km zwischen der Eider und dem Nord-Ostsee-Kanal entlang. Es bleibt also genügend Zeit um sich den Schiffsverkehr auf beiden Kanälen anzusehen.

Wenn Eider und Nord-Ostsee-Kanal sich trennen, erreicht man eine Weggabelung. Ab hier hat der Wanderer zwei Möglichkeiten um in die Stadt Rendsburg zu gelangen.

Entweder man wandert weiter an dem Nord-Ostsee-Kanal entlang bis kurz vor die Eisenbahnhochbrücke und biegt dort an der ehemaligen Drehbrücke in die Stadt hinein.

Oder man gelangt über den Eiderwanderweg in das Zentrum der Stadt Rendsburg hinein. In diesem Fall gelangt man an der Weggabelung über Treppen zum Eiderwanderweg. Längs an der Eider entlang führt der Weg direkt in das Zentrum der Stadt und zum Schiffsbrückenplatz. Über den Altstädter Markt gelangt man zur Grünanlage und zum Paradeplatz.

Das Tagesziel ist am Fußgängertunnel erreicht. Rendsburg lädt als geschichtsträchtiger Handelsplatz seine Besucher zum Verweilen ein. Der Paradeplatz mit seinem Provianthaus und den Arsenalen lohnt eine Besichtigung. Die Marienkirche, die Christkirche und das Alte Rathaus sind nur einige der Sehenswürdigkeiten.

Vierte Etappe: Von Rendsburg nach Westensee

Die vierte Tagesstrecke ist mit 26 km nach Westensee eine der längsten der Nord-Ostsee-Wanderung.

Vom Zentrum Rendsburg geht es zurück zum Kanal. Dort gibt es einen Fußgängertunnel mit Rolltreppe, welcher durchquert wird. Auf der anderen Seite angekommen, befindet man sich auf der Südseite des Nord-Ostsee-Kanals. Dem Wanderweg folgend gelangt man zur Eisenbahnhochbrücke und zur Schwebefähre in Osterrönfeld. Die Überfahrten sind kostenlos und stellen das technische Highlight des Abschnittes dar. Die Fähre ist an Drahtseilen an der Eisenbahnbrücke befestigt und überquert ohne Kontakt zum Wasser den Kanal.

Ein Stück weiter muss die Bundesstraße B202 überquert werden. Hinter Osterrönfeld geht es auf dem ein oder anderen Feldweg in Richtung Süden nach Bokelholm. Auf dem Weg dorthin durchquert man das Stadtmoor und das Wilde Moor. Das Moor ist zwar nicht besonders wild, aber wunderschön. In Bokelholm angekommen, ist die Hälfte des heutigen Tagesabschnittes zurückgelegt. Hier sollte man also eine Rast einlegen. In Bokelholm werden die Bahngleise überquert und das Dorf wieder verlassen.

Auf Feldwegen geht es wieder Richtung Norden, über die Autobahn A7, nach Wittenkamp und zum Nordmoor. Man kommt an einem See vorbei und gelangt dann zum Rümlandteich. Dieser liegt hinter Büschen versteckt und der Weg führt nun durch den Wald. Hier muss man besonders auf die Markierung achten. Auf dem Weg nach Brux kommt man an dem Gut Emkendorf vorbei, welches sehr eindrucksvoll am Wegesrand steht. In Brux angekommen, befindet man sich bereits im Naturpark Westensee.

Die letzten Kilometer führen den Wanderer über Felder und Wiesen nach Westensee. Im Sommer kann man hier schön am Badesee baden gehen. Aber auch die Kirche, welche im 13. Jahrhundert entstand, ist für Kulturinteressierte empfehlenswert. Der Westensee lädt durch viele Wanderwege zum Umwandern ein. Im Süden des Ortes befindet sich der Tüteberg. Mit einer Höhe von 88 m hat man in dieser Region vom Gipfel einen herrlichen Ausblick.

Fünfte Etappe: Von Westensee nach Kiel

Die Ostsee am Kieler Hafen
Petra Bork/pixelio.de

Die letzte Tagesetappe startet in Westensee an der Kirche und endet im 20 km entfernten Kiel am Schulensee.

Von der Kirche geht es nach Osten zuerst am See entlang, dann über Feldwege nach Wrohe. Der Aufstieg zum Blotenberg erfolgt entweder über das Gehöft Steinkrug oder über Langniß. Später gelangt man über Eckhöft nach Wrohe. Von hier aus geht es in Richtung Norden nach Hohenhude. Der Weg dorthin führt durch den Wald am Kleinen Schierensee vorbei und dann wieder am Westensee entlang. Das Örtchen Hohenhude wird durchquert und dann wieder Richtung Osten nach Schönwohld verlassen. Der Weg dorthin verläuft auf einer sehr schönen Allee.

Hinter Schönwohld führt der Weg auf einem Feldweg nördlich des Hansdorfer Sees zur Autobahn A215. Diese wird überquert und schon befindet man sich in Kiel. Am Ihlsee vorbei gelangt man zum Wildgehege. Weiter nach Osten am Eiderbad vorbei bis nach Kiel-Schulensee. Hier kann man in den Stadtbus einsteigen, der den Wanderer bis ins Zentrum bringt. Das sehenswerte Freilichtmuseum Molfsee ist in ca. 20 Minuten zu Fuß zu erreichen. Hier wurden 60 Bauernhäuser naturgetreu wieder aufgebaut und eingerichtet.

In Kiel gibt es eine Menge zu sehen. Leider wurden im Krieg viele der historischen Gebäude zerstört. Doch die Nikoleikirche am alten Markt mit dem „Geistkämpfer“ von Barlach hat den Krieg unversehrt überstanden. Im Zentrum bietet der Kleine Kiel viel Sehenswertes, wie das Rathaus, das Schloss und den Buchwaldtschen Hof, welcher heute ein Museum beherbergt.

Von hier aus ist auch der Schiffsanleger gut zu erreichen. Es finden Fördefahrten zum Olympiahafen Schilksee und zum Ostufer der Förde nach Laboe statt. In Laboe befindet sich das Marine-Ehrenmal. Auch ist ein Ausflug nach Möltenort zum U-Boot Ehrenmal empfehlenswert. Hier befinden sich Gedenkstätten, die an die Opfer des Krieges zur See erinnern.

In Kiel kann man eine Menge entdecken und somit ist es der perfekte Abschluss der Nord-Ostsee-Wanderung. Hier angekommen sind 117 km zurückgelegt und eine Menge interessanter Dinge erlebt und gesehen.

 

 

Bilder: ©Jerzy Sawlu/pixelio.de